
Am 9. Mai startet NABU-Naturführerin Anne Stamm mit 19 interessierten TeilnehmerInnen eine Exkursion durch die Eckernworth - einem jahrhunderte alten Wald in Walsrode, der so manche Schätze in sich birgt.
Viele bekannte Wildkräuter wachsen links und rechts des Weges. Kräuter, die in der Küche und auch als Heilmittel genutzt werden können, z.B. Giersch, Brennesseln und Knoblauchrauke. Besonders wo das Blätterdach Lücken aufweist, sind gute Lichtverhältnisse für diese Pflanzen. Das frische, junge Grün ist eine Bereicherung in der Küche: In Salaten, zur Quiche oder in Pesto als wertvoller Vitamin- und Mineralstoff-Lieferant. Die wildwachsenden Kräuter punkten mit sehr viel mehr Inhaltsstoffen als jede gezüchtete Pflanze, z.B. haben Brennnesseln 40 % mehr Eiweiß als Soja, und Giersch 4 x mehr Vitamin C als Zitronen. Die Teilnehmer lauschen mit großem Interesse Anne Stamm Ausführungen zur Verwendung und den Besonderheiten der wildwachsenden essbaren Pflanzen.
An einer feuchten Stellen, wo klares Wasser kontinuierlich aus den Hängen drückt, wächst das Bittere Schaumkraut, eine nahe Verwandte der Echten Brunnenkresse - sehr reich an Vitaminen.
Die Teilnehmerinnen probieren die gewaschen Blätter mit einer Gurkenscheibe als Beigabe - perfekt um das scharf bitter schmeckende Kraut zu genießen.
Für die NABU-Naturführerin ist die Brennnessel, mit ihren vielen wertvollen Inhaltsstoffen und Anwendungsmöglichkeiten, die Königin der Wildkräuter, auch im Hinblick auf ihre unbedingte Wichtigkeit für die Schmetterlinge. Raupen von mehr als dreißig Faltern sind auf die Brennessel spezialisiert.
Zum Ende der Wanderung gab es für die TeilnehmerInnen noch einen besonderen Genuß:
Ein Büfett mit Brennnessel-Giersch-Quiche, Häppchen mit Knoblauchrauke-Pesto und Kräuterquark. Dazu wurde eine erfrischende Giersch-Limonade ausgegeben.
Das Interesse selber solch kulinarische Leckerbissen herzustellen war geweckt und die Rezepte wurden stark nachgefragt, vor allem auch das Kochbuch:" Der Giersch muss weg!" wurde mit Beifall aufgenommen.


Samstag, 25. November 2025
An diesem grauen, nieseligen Samstag trafen sich 26 Interessierte mitten in Walsrode zu einer tollen Bibererlebnistour mit Anne Stamm, Nabu- Naturführerin und Ansprechpartnerin für Biberfragen im Heidekreis.
Nach der Begrüßung wurde erstmal gepuzzelt. Auf einer Picknick-Decke fügten die Kinder nach und nach die passenden Holzteile aneinander und als Ergebnis kam ein Biber zum Vorschein. “So groß sind die Biber?“ fragten mehrere Kinder gleichzeitig. Der Zollstock wurde herausgeholt und der fertig gepuzzelte Biber vermessen: 100cm. Jeder Teilnehmer maß danach an seinen Körper ab, bis wohin der Biber reichen würde, wenn er auf den Hinterpfoten neben ihnen stehen würde. Die Größe des Nagetiers erstaunt immer wieder!
Anne, die 20 Jahre als Wald – Kindergärtnerin tätig war, hat Freude daran, das Wissen über die Biber in spielerischer Form an die Kinder und Erwachsenen weiterzugeben. Sie erklärte, dass der Biber mit 1m noch nicht die Größe eines erwachsenen Bibers erreicht hat. Danach verdeutlichte sie anhand von Abdrücken auf Tontafeln die unterschiedlichen Formen und Größen der Vorder- und Hinterpfoten von Bibern. An einer Biberhandpuppe erläuterte Anne, dass die orangefarbigen Nagezähne ständig nachwachsen und beim Nagen von Holz geschärft werden. Holzstücke, an denen Fraßspuren zu erkennen sind, wurden zur Anschauung herumgereicht und genau betrachtet. Die Teilnehmer probierten darauf hin selbst einmal an einer Möhre, ob es möglich ist, sanduhrförmige Nagespuren wie vom Biber zu knabbern. Aber Achtung: Die Möhre soll dabei aufrecht gehalten werden, wie ein Baum! Also, Kopf schräg halten und los geht’s! Das Ergebnis konnte sich sehen lassen.
Aus dem mitgebrachten Biberrucksack, wurde dann auch noch ein echtes Biberfell herausgeholt und alle durften über das wunderbar weiche und dichte Fell streicheln. Kaum zu glauben, dass ein Biberfell bis zu 23 000 Haare auf einem Quadratzentimeter hat. Zur Veranschaulichung teilte Anne Karten aus, auf denen die Kinder versuchten, so viele Punkte wie möglich in ein Kästchen zu bekommen Die älteren Kinder erreichten immerhin an die 300 Pünktchen, so viel, wie ein Mensch im Durchschnitt hat.
Es folgte ein kurzer Gang durch ein Waldstück direkt zum Ufer der Böhme. Dort entdeckte die Gruppe frische Nagespuren der Biber. Anne erklärte: „Hier hat der Biber heute Nacht geknabbert, ihr dürft euch die Späne mit nach Hause nehmen!“ Das ließen sich die Kinder nicht zweimal sagen, eifrig sammelten sie die Späne ein, die der Biber nicht braucht.
Am Ende der Exkursion gab es viele glückliche Gesichter und alle waren sich einig, es war ein gelungener und lehrreicher Nachmittag - trotz Nieselregen!
Die nächste Biberführung findet am 21. März 2026 statt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.
Fotos: Anne Stamm
Am 29.8.2025 war es so weit, im Rahmen der internationalen Batnight drehte sich auch beim NABU Diepholz alles um die Fledermaus. Um die kleinen und sehr schnellen Flieger mit allen Sinnen erlebbar zu machen, organisierte die NABU Gruppe Diepholz in Kooperation mit der Wissenswerkstatt Metropolregion Nordwest dieses Jahr wieder ein ganz besonderes Programm, unterstützt wurden sie dabei durch die Fledermausbeauftragte Carola Anders, sowie durch die Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung.
Zum Auftakt konnten 15 engagierte Teilnehmer*innen unter fachkundiger Anleitung von Hendrikje Krohne und Heike Pabst barrierefreie Batdetektoren löten.
Nach drei Stunden konzentrierter Arbeit hielt dann jede/-r Teilnehmende einen funktionstüchtigen Detektor in den Händen. Das Besondere an diesen Geräten ist, dass nicht nur die Ultraschallrufe der Fledermäuse hörbar gemacht werden, sondern auch durch Vibrationen spürbar und durch Lichtsignale sichtbar. So können die Fledermäuse gleichzeitig mit mehreren Sinnen erlebt werden.
Nach einer erholsamen Pause mit einem kleinen Abendessen im Café Freiraum ging es dann weiter zur Fledermausexkursion im Müntepark und rund ums Schloss Diepholz.
Carola Anders, die Fledermausexpertin der Region, führte die Gruppe durch die Dämmerung und erklärte auf sehr anschauliche Weise Wissenswertes über die heimischen Fledermausarten. Die Exkursion wurde zu einem besonderen Erlebnis als Zwergfledermäuse und Breitflügelfledermäuse ihre beeindruckende Flugakrobatik bei der Nahrungssuche zeigten. Über dem Wasser des Schlossgrabens konnten sogar Wasserfledermäuse beobachtet werden. Dank der selbstgebauten Detektoren wurde die Aktivität der Tiere während der Nachtwanderung viel besser wahrgenommen, als es das menschliche Auge in der Dämmerung vermag.
Das war ein gelungener Abend, der Lust auf mehr macht!
„Mit solchen Aktionen möchten wir Menschen für den Schutz von Fledermäusen begeistern“, so Florian Willnat, Sprecher der NABU Gruppe.
Wer sich für weitere Aktionen der NABU-Gruppe Diepholz interessiert, ist herzlich eingeladen, an den regelmäßigen Treffen teilzunehmen oder sich auf der Homepagenabu-diepholz.de oder bei
Instagram über aktuelle Projekte zu informieren.
https://nabu-diepholz.de/2025/08/30/5-diepholzer-nabu-werkstatt-2/
©Fotos Florian Willnat und Andy Blumberg
(Weyhe) Am Freitag, den 31.01.2025, hatte ich im Rahmen meines Einstandes als Leitung der Regionalgeschäftsstelle Weser-Mitte im Zuge eines Kennenlernens mit dem ersten Vorsitzenden des NABU Weyhe Bernd Daneke die einmalige Gelegenheit, an der Überprüfung und Begehung der Fledermauswinterquartiere an verschiedenen Standorten auf dem Gebiet der Gemeinde Weyhe im Landkreis Diepholz, teilzunehmen. Mit dabei waren neben Bernd Daneke, Vertreterinnen der Kreis-Naturschutzbehörde sowie mein Kollege Matthias Müller, der für den NABU Niedersachsen die Regionalgeschäftsstelle Heide-Wendland betreut.
Eine regionale Besonderheit stellt dabei die Vielzahl der vorhandenen Kleinbunkeranlagen in der örtlichen Bebauung dar. Zu Zeiten des zweiten Weltkrieges war die nahe gelegene Hansestadt Bremen mit Hafen und Flughafen ein ständig gefährdetes Ziel durch Angriffe der alliierten Bomber, so dass die örtliche Bevölkerung sich mit entsprechenden Schutzräumen im Wohngebiet ausstatten musste.
Viele dieser Kleinbunker (über 130 Bauwerke sind aus der Kriegszeit bekannt, davon sind 29 erhalten) waren und sind in schlechtem Zustand, vermüllt, teilweise zerstört oder zugeschüttet. Unter großen Mühen und mit viel ehrenamtlichem und selbstlosem Engagement des NABU und einiger Weyher Bürger, wurden mehrere geeigneten Bunkeranlagen hergerichtet und den speziellen Bedürfnissen der Fledermäuse angepasst.
Diesbezüglich ist neben ausreichend Feuchtigkeit auch auf das rechte Maß der Belüftung (Luftaustausch aber kein Durchzug) zu achten. Möglichst konstante Temperaturen, zwischen 3 und 9 Grad Celsius und natürlich die ausbleibende Störung der Schläfer durch Lärm, starke Vibration und Erschütterungen, starkes Licht oder Manipulation am Rückzugsort sind essenziell. Auch das Zurverfügungstellen von Rückzugsmöglichkeiten („Betonfladen“, künstliche Höhlen, Röhren etc.) und das Absichern der Eingänge gegen räuberische Arten muss in die Überlegungen einbezogen werden.
Bernd Daneke, Vorsitzender der NABU-Gruppe Weyhe, empfing uns herzlich an der Naturschutzstation Böttcherei und gab gleichermaßen bereitwillig wie kompetent Auskunft über die Aktivitäten seiner NABU-Gruppe (zu denen u.a. auch ein Beweidungsprojekt mit Wasserbüffeln zählt) sowie bezüglich der naturschutzbezogenen Ausgangslage unter den vorherrschenden Bedingungen in seiner Region – und präsentierte sich auch in allen anderen Belangen als rundum kompetenter Gastgeber.
Gemeinsam mit den beiden Mitarbeiterinnen der Unteren Naturschutzbehörde des LK Diepholz erfolgte anschließend die Begehung der Winterquartiere.
Auch der Faktor „Abenteuer“ kam dabei nicht zu kurz. So erforderte der „Abstieg in die Unterwelt im Scheine der Taschenlampe“ in einem Bunker eine brusthohe Wathose, in einem anderen die Bereitschaft, auf einer sandigen Rampe rücklinks hinabzurutschen.
Das Ergebnis der Begutachtung erzeugte gemischte Gefühle bei den Beteiligten. Grundsätzlich werden die Anlagen gut angenommen, wenngleich die Anzahl der Tiere in den Winterquartieren unter den Zahlen des Vorjahrs lag.
Vor Ort stellte sich auch heraus, dass an bestimmten Faktoren in einzelnen Anlagen noch Veränderungen vorgenommen werden müssen, um die Unterkunft für potenzielle Bewohner noch attraktiver zu gestalten. Hierbei sind die regelmäßigen Begehungen ein zentrales Element, weil oftmals an den Begehungstagen unterschiedliche Wetterbedingungen herrschen und erst auf diesem Wege Erkenntnisse gewonnen werden können, welche Faktoren optimiert werden müssen.
Die Aufgabe ist somit ein Lernprozess und Fledermausbeherbergung ist alles andere als ein Sprint, sondern vielmehr ein Marathon. Es erfordert Hingabe, Kontinuität und einen langen Atem, wenn eine derartige Maßnahme erfolgreich durchgeführt werden soll.
In Weyhe sind diese Voraussetzungen und die Bereitschaft bereits gegeben.
Lasst sie uns auch an allen anderen Orten schaffen!
Ich bedanke mich herzlich bei allen Beteiligten für diesen lehr- und ereignisreichen Tag!
©Fotos Matthias Müller